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Aktuelles | 31.07.2025

„Kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Nachhaltigkeit ermöglichen“

Interview mit Theresa Schnepp, neuer Ansprechpartnerin für Nachhaltigkeit bei der Wirtschaftsförderung Wuppertal.

Theresa Schnepp, Projektmanagerin für Nachhaltigkeit bei der Wirtschaftsförderung Wuppertal.

Energieeffizienz, zirkuläre Produktionsprozesse, Elektromobilität… Nachhaltigkeit ist ein riesiges Themengebiet, auch aus wirtschaftlicher Sicht. Im Interview erzählt Theresa Schnepp, seit Mai Projektmanagerin für Nachhaltigkeit, wie sie Unternehmen künftig unterstützen möchte, aber auch über ihr persönliches Verhältnis zu Wuppertal.

Liebe Theresa, nochmal herzlich Willkommen im Team! Du hattest jetzt ein paar Wochen Zeit dich in deinem neuen Aufgabengebiet zu orientieren. An welchen Themen möchtest du zu Beginn gerne ansetzen?

Schnepp: Momentan arbeite ich daran herauszufiltern, welche Themen die Unternehmen hier in Wuppertal am meisten bewegen. In ersten Gesprächen wurde deutlich: Die sich ständig ändernden Berichtspflichten betreffen alle Branchen. Auch Elektromobilität oder Energieeffizienz bieten viel Potenzial. Ich möchte deshalb mit einer Bedarfsabfrage analysieren, wo die Hebel der Wirtschaftsförderung sind. Daraufhin werde ich gezielt Angebote entwickeln - Veranstaltungen, Informationsnetzwerke oder Kooperationen. Wichtig ist, dass wir den Unternehmen helfen, sich zukunftssicher aufzustellen, um den Wirtschaftsstandort Wuppertal zu stärken.

Du hast beruflich schon mehrere Stationen mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit durchlaufen. Zum Beispiel warst du bei der international bekannten Wuppertaler Initiative für Kreislaufwirtschaft Circular Valley beschäftigt. Kannst du uns einen Überblick über deinen bisherigen Werdegang geben?

Schnepp: Nach dem Abitur in Wuppertal wollte ich erstmal raus in die Welt. Ich habe „International Management Deutsch-Spanisch“ studiert, unter anderem zwei Jahre in Madrid. Als Teil der Generation Praktikum war es mir wichtig, viele verschiedene Unternehmensformen, -abteilungen und -branchen kennenzulernen. So habe ich unter anderem bei Knipex im Marketing, bei Procter&Gamble im Vertrieb, bei Vodafone im Personal und bei Bertelsmann im Bereich Nachhaltigkeit gearbeitet.

Erst danach öffnete sich mir die spannende Welt der Startups. Neben meinem Master in Maastricht konnte ich auch in Belgien und den Niederlanden die Startup-Welt kennenlernen und habe unter anderem mit einem Startup in San Francisco und im Silicon Valley gearbeitet. Am Ende fand ich die Unternehmensberatung doch am interessantesten und habe in Hamburg Innovationsprojekte begleitet, unter anderem für Google. Bei meiner letzten Station in der Digitalisierungsberatung für Bundesministerien konnte ich viel dazulernen, zum Beispiel im Projekt zur Digitalisierung der Bundesgesetzgebung. Die Leidenschaft für das Thema Nachhaltigkeit hat mich schon immer begleitet: Bei Circular Valley noch in Kombination mit der Startup-Branche, jetzt bei der Wirtschaftsförderung bezogen auf alle Wuppertaler Unternehmen. Für mich ist die Frage nach dem „Warum“ im Job immer wichtig. Und bei der Wirtschaftsförderung leicht zu beantworten: Ich möchte, dass Wuppertal auch in Zukunft ein relevanter Ort für Unternehmen ist, die sich zukunftssicher aufstellen wollen.

Woher kommt deine Begeisterung für das Thema Nachhaltigkeit?

Schnepp: Ich habe mich seit meinem Abitur immer wieder mit dem Thema beschäftigt, habe in meinem Studium den Schwerpunkt „Sustainability“ gewählt und konnte durch Teilnahmen an Nachhaltigkeitsakademien mein Wissen erweitern. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit: Wirtschaft kann nur dann funktionieren, wenn unser Planet intakt ist. Und nur dann geht es auch den Menschen gut.

Wie siehst du Wuppertal – und speziell die lokale Wirtschaft – bislang rund ums Thema Nachhaltigkeit aufgestellt?

Schnepp: In Wuppertal gibt es viele Menschen, Unternehmen und Institutionen, denen das Thema Nachhaltigkeit wichtig ist und die sich mit dem Thema beschäftigen, zum Beispiel die Neue Effizienz, das Wuppertal Institut oder den Nachhaltigkeitskreis ZNhoch3. Jetzt gilt es, die vorhandenen Initiativen zu vernetzen und ein Angebot für alle Unternehmen zu schaffen. Viele Unternehmen sind bereits aktiv, aber gerade den kleinen und mittleren Betrieben fehlt oft der Zugang. Daran wollen wir arbeiten – mit konkreten Angeboten und niedrigschwelliger Unterstützung.

Du hast schon in vielen spannenden Städten gelebt: San Francisco, Maastricht, Hamburg. Was hat dich nach Wuppertal verschlagen? Und kann Wuppertal es mit diesen Metropolen aufnehmen?

Schnepp: Ich bin Wuppertalerin und nach vielen spannenden Stationen hat es mich zurück hierhin gezogen, weil ich ein Fan von den Menschen hier und der Stadt bin. Egal ob Madrid, San Francisco oder Hamburg: Ich habe immer Werbung für Wuppertal gemacht. Klar ist Madrid eine schöne Stadt und ich liebe die spanische Sprache und auch San Francisco ist ein spannendes Terrain für die Startup-Branche. Aber letztendlich geht es ja auch darum, dass viele Faktoren zusammenkommen, sodass ein gutes Leben möglich ist. Und in Wuppertal ist das für mich der Fall. Der Wohnraum ist bezahlbar, meine Freund*innen und Familie sind (wieder) hier und die Stadt hat eine angenehme Größe. Schwebebahn, Stadthallte, viele Wälder – warum sollte man nicht hier wohnen wollen? Ich mag an Wuppertal, dass die Menschen hier ehrlich und bodenständig sind. Und die Menschen sind bereit, die Stadt selbst mitzugestalten. 

Vervollständige bitte folgenden Satz: Am Wochenende trifft man mich, …

Schnepp: … auf dem Ölberg, im Luisenviertel oder in meiner alten Heimat Cronenberg. Ich verbringe gerne Zeit mit meinen Freund*innen und meiner Familie. Und mindestens einmal pro Wochenende bin ich beim WSV. Entweder samstags im Stadion bei den Männern oder sonntags, wenn ich mit den Frauen selbst spiele. 

Danke Theresa. Wir wünschen dir einen guten Start bei uns und viel Erfolg bei den Themen, die du dir vorgenommen hast.

Das Interview führte Melanie Henke, zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Wirtschaftsförderung Wuppertal.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Andreas Fischer

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