Mit dem Start des neuen Interessenbekundungsverfahrens im „Important Project of Common European Interest – Artificial Intelligence“ (IPCEI-AI) setzt die Bundesregierung einen zentralen Baustein ihrer Hightech-Agenda um. Ziel des europäischen Großvorhabens ist es, ein leistungsfähiges KI-Ökosystem aufzubauen, das auf offenen, interoperablen Technologien basiert und die Grundlage für vielfältige industrielle Anwendungen bildet.
Deutschland übernimmt in diesem Verbundprojekt eine koordinierende Rolle und plant, mehr als eine Milliarde Euro in das Vorhaben einzubringen. Insgesamt beteiligen sich 16 EU-Mitgliedstaaten, die zusammen ein Budget von mehreren Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung im Bereich industrieller KI bereitstellen.
Wer und was wird gefördert?
Gefördert werden vorwettbewerbliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte, die neue KI-Technologien, Modelle oder Anwendungen für die Industrie entwickeln. Bewerben können sich Start-ups, kleine und mittlere Unternehmen, Großunternehmen sowie Forschungseinrichtungen. Für Unternehmen liegt die Förderquote bei bis zu 60 Prozent, während Forschungseinrichtungen ihre Projekte sogar zu 100 Prozent finanziert bekommen können.
Das Programm bietet zwei grundsätzliche Möglichkeiten der Antragstellung. Zum einen können deutsche Unternehmen und Forschungspartner in nationalen Verbundprojekten zusammenarbeiten, die eine Laufzeit von bis zu drei Jahren haben und pro Projekt mit bis zu 25 Millionen Euro gefördert werden. Zum anderen eröffnet IPCEI-AI die Beteiligung an europäischen Einzelprojekten, in denen deutlich höhere Fördervolumina möglich sind.
Beide Formate richten sich an Akteure, die bereit sind, neue KI-Architekturen, Basismodelle oder spezialisierte Anwendungen zu entwickeln, die einen echten technologischen Sprung ermöglichen.
Der Weg zur Förderung ist zweistufig aufgebaut. Zunächst müssen die Interessenten eine Projektskizze von etwa 20 Seiten einreichen. Die Frist für diese erste Stufe endet am 21. Januar 2026.
Nach der Bewertung durch eine Jury folgt gegebenenfalls das Vollantragsverfahren. Abhängig von der Höhe des beantragten Fördervolumens kann zusätzlich ein EU-Notifizierungsverfahren erforderlich werden, bevor die finale Bewilligung erfolgt. Die ausgewählten Projekte treten anschließend in eine europaweit koordinierte Umsetzungsphase ein.
Für die Innovationslandschaft in Wuppertal – mit starken Industrieunternehmen, technologieorientierten Start-ups und der Bergischen Universität als Partnerin – bietet IPCEI-AI gute Möglichkeiten:
- Entwicklung neuer KI-Prototypen und Basistechnologien
- Stärkung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit
- Aufbau europäischer Forschungskonsortien
- Zugang zu einem der größten europäischen KI-Förderprogramme
Die Wirtschaftsförderung Wuppertal unterstützt lokale Unternehmen und Startups dabei, Projektideen einzuordnen, geeignete Partner zu identifizieren und die nächsten Schritte im Verfahren zu planen. Wer ein mögliches Vorhaben diskutieren möchte, ist eingeladen, jederzeit Kontakt aufnehmen.



